Aktivitäten der ACADEMIA

1 | Jährliche Ausrichtung des „Güldenen Herbsts“, des Festivals Alter Musik In Thüringen
Das Festival besteht seit dem Jahre 1999. Es findet immer Ende September und Oktober statt und will sowohl internationale Maßstäbe historischer Aufführungspraxis vermitteln als auch der mitteldeutschen Musikszene ein Forum bieten. Dabei werden auch unbekannte Werke zu Gehör gebracht, die jeweils in einem direkten Zusammenhang zur inneren Thematik des Festivals stehen. Ein weiterer Kernpunkt mancher Festivals ist das Ereignis Barockfest bzw. Barockoper, welches nicht nur Neuausgrabungen vorstellt, sondern auch eine Idee barocker Festeskultur vermitteln will. Jedes Festival steht unter einem wechselnden Motto und präsentiert zugleich den Akademiegedanken durch ergänzende Angebote, wie Vorträge, Workshops, Diskussionen Stadtführungen, u.a.). Verantwortlich für die Durchführung des Festivals ist der Vorstand der AMT.

2 | Gründung der Capella Thuringia und des Cantus Thuringia
Beide Ensembles wurden durch die Vorstandsmitglieder Prof. Bernhard Klapprott und Prof. Myriam Eichberger im Jahre 2000 gegründet. Sie stellen einen aktiven Beitrag der AMT zur Szene Alter Musik in Thüringen dar und vermitteln mit ihren Konzerten eigene Aspekte von Aufführungspraxis. Neuausgrabungen und beispielgebende Operneinstudierungen haben sie sich zum Ziel gesetzt. Die Capella Thuringia spielt auf historischem Instrumentarium, arbeitet eng mit dem Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena zusammen und pflegt insbesondere das musikalische Erbe Thüringens und Mitteldeutschlands auch in gemischter vokal-instrumentaler Besetzung.

3 | Gründung einer Interessengemeinschaft „Bachsaal Weimar“
Verantwortlich für diese Initiative ist der engere Vorstand, vor allem Prof. Dr. Helen Geyer. Erklärtes Ziel ist, mit Unterstützung der Neuen Bachgesellschaft (Leipzig) den ehemaligen Konzertsaal, genannt “Bachsaal”, im Stadtschloß Weimar spätestens ab 2007 wieder für Konzerte zugänglich zu machen, wie es bis 1962 der Fall war. Dieser wunderschöne Saal mit seiner herrlichen Innenausstattung und Architektur ersetzte einst die abgebrannte Schlosskapelle, in der viele der Weimarer Werke Bachs uraufgeführt wurden Seit 1962 diente er als Magazinraum der Anna-Amalien-Bibliothek Weimar. Nach dem Umbau der Magazinräume der Bibliothek hoffen wir daran mitwirken zu können, dass der Saal wieder seiner einstigen Bestimmung (Fest- und Konzertsaal) zugeführt wird.

4 | Quellenrepertorium zur Thüringischen Musikgeschichte
Verantwortlich für diese Initiative ist das Vorstandsmitglied Dr. Claus Oefner. Es ist angestrebt, ein Quellenrepertorium zur thüringischen Musikgeschichte zu erstellen, welches weit über die aus RISM erhältlichen Informationen hinausgeht, indem auch Hinweise gegeben werden auf den Verbleib der Musikalien und Handschriften thüringischer Komponisten an anderen Orten, Curricula Vitae u.ä. Zudem werden die Quellenbestände in historisch-lokal gewichteten Untersuchungen verortet; außerdem erfolgt eine kommentierte Quellenbeschreibung, teilweise auf der Basis von RISM bzw. in enger Zusammenarbeit mit RISM.
Parallel dazu erfolgen Übertragungen und Erschließungen ungedruckter (Manuskript-)Quellen durch einige Mitglieder. Diese Materialien können gegebenenfalls nach Absprache für Aufführungen und Einspielungen zur Verfügung gestellt werden . Maßgeblich verantwortlich hierfür sind unsere Mitglieder Frau Dr. Lucke-Kaminiarz, HerrWolfgang Stolze, Herr Steffen Voss.

5 | AKADEMIEVORTRÄGE-DISKUSSIONSFOREN
Dem akademischen Gedanken eines lebendigen Diskurses zollen vor allem die Akademievorträge Tribut, die interdisziplinär angelegt sind und die verschiedene Künste zusammenbringen, aber auch im Rahmen von kleinen Symposien bestimmte Themen aus anderen Kunstbereichen und aus der Historie als Dialog behandeln. Außerdem stehen Exkursionen seit 2005 auf dem Programm (verantwortlich Dr. laus Oefner), wie Konzerte in weiten teilen Thüringens, die vor allem jungen Leuten die Chance geben ihre Begeisterung für Alte Musik in das Land zu tragen (verantwortlich Prof. Myriam Eichberger).

6 | INFORMATIONSPOOL ZUR SITUATION DER ALTEN MUSIK IN THÜRINGEN
Durch die Einrichtung des Thüringischen Landesmusikarchives an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar gibt es erstmalig eine zentrale Dokumentation und sachgemäße Aufbewahrung des überaus reichen Notenmaterials, welches in Thüringen erhalten ist. Eine besondere Rolle nimmt dabei die sogenannte Adjuvantenmusik ein, die nach der Reformation eine bedeutende, aber bisher wenig bekannte Rolle in der thüringischen Musikgeschichte spielt.
Die AMT unterstützt diese Vorhaben nach Kräften durch Informationen, die sich aus dem Quellenrepertorium ergeben.