GÜLDENER HERBST 2011

Grußwort des Thüringer Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur

CHRISTOPH MATSCHIE


Thüringen ist ein Musikland. Mit großen Namen: Bach und die Musik des Barock, Liszt auf dem Weg in die Moderne. Der Tradition der Alten Musik hat sich der Güldene Herbst verschrieben.

„Übergänge“ – so lautet das diesjährige Festivalmotto. Damit sind künstlerische Übergänge gemeint, die das reiche Repertoire internationaler Musiker repräsentieren. Freuen wir uns u.a. auf: das brasilianische Ensemble Anima, auf das Ensemble Jacques Moderne, unter der Leitung von Joël Suhubiette aus Frankreich oder auf das Ensemble Schwarzburgische Harmonie. Übergänge 2011 – stehen beim Festival für Alte Musik aber auch für zeitliche, geographische und konfessionelle Perspektiven. Das Festival gewährt Einblicke in die italienische Barockoper und ihre Wirkung auf die deutsche Spielpraxis. Diese Einblicke sind mit Erfahrungen verbunden, die auf den traditionsreichen Musiktransfer von Italien nach Deutschland zurückgehen. Erlebbar wird dies z.B. durch die Aufführung von Ausschnitten aus Alessandro Scarlattis Didone delirante und Francesco Contis Penelope in der Meininger Schlosskirche. Übergänge zu neuen Erlebniswelten werden durch die Vielfalt der diesjährigen Spielstätten in Thüringen eröffnet. Thüringen hat authentische Konzertorte des Barock – von Suhl bis Sondershausen, von Wandersleben bei Gotha bis Dornburg bei Jena reichen sie. Damit strahlt die Alte Musik von Ende September bis Anfang Oktober 2011 in das ganze Land Thüringen hinein. Ein güldener Herbst. Dazu gehört auch die Entdeckung fast vergessener, musikalischer Kostbarkeiten. Johannes Eccard aus Mühlhausen und Georg Böhm aus Hohenkirchen bei Ohrdruf sind bis heute wenig bekannte Thüringer Komponisten der Barockzeit. Ihre Werke wurden aus den Archiven geholt und werden nun in Weimar und in Wandersleben erklingen.

Gern übernehme ich die Schirmherrschaft für das Festival Alter Musik Güldener Herbst. Für mich war und ist die Unterstützung dieses Festivals wichtig, weil wir musikalische Schätze von nationalem und internationalem Rang einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Ich danke der Academia Musicalis Thuringiae und ihren Partnern für ihr hervorragendes Engagement. Ich wünsche allen Festivalbesuchern einen „güldenen“ Herbst mit großem musikalischem Vergnügen.


Christoph Matschie
Schirmherr des Festivals Güldener Herbst 2011



Grußwort des Vorsitzenden der Academia Musicalis Thuringiae e.V.

UNIV.-PROF. DR. FRANZ KÖRNDLE


Sehr geehrte Gäste, liebe Freunde Alter Musik in Thüringen!

Die musikalische Landschaft in Thüringen ist im Jahr 2011 geprägt durch das Geburtsjubiläum von Franz Liszt und die ihm gewidmete Landesausstellung in Weimar. Im Nachdenken über Franz Liszt und die Alte Musik entstand schließlich die Idee zum Motto des diesjährigen Güldenen Herbstes – „Übergänge“. So wie Liszt vom Virtuosen zum Komponisten überging, wie Liszt Kompositionen fremder Autoren in Bearbeitungen weiterleben ließ, so wollen auch wir 2011 geographische, zeitliche und konfessionelle Übergänge thematisieren.

Paradigmatisch kann dafür der Komponist des Eröffnungskonzertes stehen. Johannes Eccard, geboren in Mühlhausen, erhielt seine Ausbildung in der Münchner Hofkapelle als Schüler von Orlando di Lasso. 1578 finden wir ihn in Diensten der Fugger in Augsburg, später in Königsberg und Berlin. So wie Eccard zwischen den Konfessionen agiert, gehört er auch einer Generation des Übergangs an von der späten Renaissance zum frühen Barock. Am anderen Ende der zeitlichen Skala des diesjährigen Festivals steht die Harmoniemusik, die sich den Übergängen von Orchester- oder Opern zu Bläsermusik widmet. Dabei erleben wir die Premiere eines zum Güldenen Herbst 2011 neu gegründeten Ensembles: Schwarzburgische Harmonie. Dem Übergangsbereich einer weltlichen Gattung hin zur geistlichen Sphäre (Madrigale spirituale) verdanken wir mit der Transformation in die deutsche Sprache die einzigartigen Kompositionen des Israelsbrünnlein von Johann Hermann Schein, die das Ensemble Jacques Moderne (Frankreich) in Erfurt darbieten wird. Mit dem Ensemble Anima aus Brasilien weitet der Güldene Herbst erneut seinen internationalen Anspruch. Opernszenen von Scarlatti und Conti bringt die Lautten Compagney nach Meiningen. Schließlich gibt es ein weiteres Thüringer Jubiläum zu begehen mit dem 350. Geburtstag von Georg Böhm (geb. 1661 in Hohenkirchen), dessen Werke in Wandersleben wieder zum Klingen gebracht werden.

Freuen Sie sich also mit uns auf die Vielfalt der Übergänge, die das Festival Güldener Herbst 2011 zu bieten hat.

Franz Körndle



Grußwort des Präsidenten der Mitteldeutschen Barockmusik e.V.

UNIV.-PROF. DR. WOLFGANG HIRSCHMANN


Übergänge, Brückenschläge, Vernetzungen herzustellen ist auch ein zentrales Anliegen des Vereins Mitteldeutsche Barockmusik (MBM), der im besonderen Maße die wissenschaftliche Neuerschließung und historisch akkurate Interpretation von bislang unbekannten Schätzen der mitteldeutschen Musikgeschichte fördert, um sie als ästhetische Gegenwart für alle Publikumsgruppen erlebbar zu machen. Insofern liegt das Leitmotiv des diesjährigen Güldenen Herbstes, „Übergange“, ganz auf der Linie der Programmatik der Mitteldeutschen Barockmusik, zumal sich Reichtum und Eigenart der Barockmusik Mitteldeutschlands nur aus dem Transfer verschiedener europäischer Musikstile in die Mitte Europas hinein verstehen lassen.

Die MBM fördert gemäß ihren Richtlinien Festivals nicht in ihrer Gesamtheit, sondern ausschließlich einzelne Konzerte, die dem Vereinszweck und den Förderkriterien in herausragender Weise entsprechen. Dies gilt in diesem Jahr für insgesamt acht Konzerte, darunter das Eröffnungskonzert mit unbekannten Werken von Johannes Eccard (1553–1611) im Übergang von Renaissance zum Frühbarock, das Konzert mit Solomadrigalen der Zeit um 1600 im Historischen Festsaal Meinigen, das Festkonzert zum 350. Geburtstag von Georg Böhm (1661–1733) in der Wanderslebener St. Petrikirche, die Aufführung von Motetten aus Johann Hermann Scheins Israelsbrünnlein in der Erfurter Michaeliskirche sowie der Museumsabend auf Schloss Elisabethenburg mit Szenen antiker Paare aus wenig bekannten und im Fall von Francesco Contis Penelope (1724) sogar bislang unbekannten Opern der Zeit um 1700.

Dem diesjährigen Güldenen Herbst darf ich einen regen Publikumszuspruch und ebenso erlebnisreiche wie gehaltvolle Konzertereignisse wünschen – vor allem aber auch eine überregionale Wahrnehmung und Ausstrahlung, wie sie das diesjährige Motto ja besonders nahelegt.

Wolfgang Hirschmann



Grußwort des Geschäftsführers der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

DR. THOMAS WURZEL


Kommen Sie mit – seien Sie herzlich eingeladen! Der Güldene Herbst 2011 begrüßt Sie zu einer Reise durch die Zeiten, durch die Welt und durch die Kulturen. Vom 23. September bis zum 9. Oktober 2011 öffnen zahlreiche Kirchen, Schlösser, Säle und Gedenkstätten in Thüringen ihre Türen, um den Künstlerinnen und Künstlern des Festivals Alter Musik eine Bühne zu geben.

Traditionell – und das seit 1999 – steht im Kernland Barocker Musikkultur die historische Aufführungspraxis musikalischer Werke auf dem Programm. Auf originalgetreuen Instrumenten an authentischen Orten treten internationale Stars sowie Nachwuchstalente auf. Längst hat der Güldene Herbst seine Veranstaltungsformate erweitert. Neben dem klassischen Konzert schlagen auch Vorträge und Stadtführungen eine Brücke zur Alten Musik.

Immer wieder neu stellt sich hier die Frage nach der aktuellen Interpretation und der Bedeutung der Musik etwa im Rahmen der Gesamtschau auf das Musikland Thüringen und dessen identifikatorischen Bedeutung für die Menschen vor Ort. Gleichzeitig eröffnen die internationalen Stars einen Blick über die Ländergrenzen hinaus. So wird der Güldene Herbst zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Musikkultur, die den Blick für andere Zeiten und Kulturräume immer behält.

Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen unterstützt diesen vielfachen Brückenschlag, der im besten Fall auch einen musikalischen Dialog zwischen den Generationen anstiftet. Zusammen mit den Sparkassen vor Ort sind wir ein langjähriger Partner des Güldenen Herbstes – gehört dieser mit seinem vielfältigen Programm zu den markanten thüringenweiten Musikfestivals.

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern ein anregendes und eindrucksvolles Reiseerlebnis durch Thüringens Musikkultur. In diesem Sinne lädt der Güldene Herbst ein, vor dem Hintergrund zauberhafter Kulissen eine wichtige Facette der Kulturlandschaft Thüringens zu entdecken.

Thomas Wurzel