01 | Freitag, 24. September 2010 19:30 Uhr
Weimar, Stadtkirche St. Peter & Paul (Herderkirche)
Eröffnungskonzert: SPEM IN ALIUM
A capella-Gesänge des 16. Jahrhunderts von Palestrina und aus den Jenaer Chorbüchern
Ensemble STIMMWERCK
Besetzung:
Franz Vitzthum, Kontratenor
Klaus Wenk, Tenor
Gerhard Hölzle, Tenor
Marcus Schmidl, Bass-Bariton
Welcher Komponist erscheint für den Auftakt des diesjährigen Festivals würdiger als Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525/26–1594). Gelangen doch in seinem Kompositionsstil die franko-flämische Vokalpolyphonie, die Tradition von Madrigal, Lauda und Fauxbourdon-Satz sowie die römische kirchenmusikalische Lokaltradition zu einer vorbildhaften Synthese. Jener „Palestrina-Stil“ galt im katholischen Raum als ein offizielles Vorbild der Kirchenmusik durch die Jahrhunderte hindurch.
Aus den über einhundert überlieferten Messen Palestrinas wählte das renommierte Münchener Vokalquartett Stimmwerck, das seinen Namen von der Bezeichnung für eine Gruppe gleicher Instrumente ableitete (s. Michael Praetorius: Syntagma Musicum), die Missa Spem in alium aus. Eine Parodiemesse, die auf der gleichnamigen vierstimmigen Mottete des eine Generation älteren Jaquet de Mantua (1438–1559) von 1539 basiert. Obwohl erst 1570 in Rom publiziert, zeigt sie sich, anders als die im gleichen Band veröffentlichte Missa L’Homme armé, stilistisch noch mehr einer franko-flämischen Tradition verpflichtet. Das Ordinarium wird durch Propriumssätze aus den sogenannten Jenaer Chorbüchern 33 (um 1500) und 34 (um 1515) ergänzt. Angefertigt für den Hof Friedrichs des Weisen in Wittenberg, sind sie beredte Zeugnisse für die geistliche vorreformatorische Musikausübung in Mitteldeutschland.
PK1: 18,-/12,- EUR, PK2: 15,-/10,- EUR
Vorverkauf:
Ticket Shop Thüringen, 0180-5055505 (0,14 EUR/min)


